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Levitra gegen Impotenz und Erektionsstörungen
Das von der Firma Bayer entwickelte Potenzmittel Levitra wirkt gegen Impotenz und Erektionsstörungen (erektile Dysfunktion). Die Potenzpille Levitra steigert die Potenz und sexuelle Leistungsfähigkeit beim Mann.
Wie Sildanafil (Viagra®) und Tadalafil (Cialis®), gehört Vardenafil (Levitra®) zur Substanzgruppe der selektiven Phosphodiesterasehemmer (PDE5-Hemmer). Das Medikament von Bayer und GlaxoSmithKline ist seit März in Deutschland erhältlich.
Zeit bis zur Wirkung: 40 Minuten
Dauer der Wirkung: 4 Stunden
Fachinformation Levitra
Zusammensetzung
Wirkstoff: Vardenafil (als Hydrochlorid-Trihydrat).
Hilfsstoffe: Color.: Titandioxid (E171), Eisenoxid gelb (E172), Eisenoxid rot (E172), übrige Hilfsstoffe: Crospovidon, Magnesiumstearat, mikrokristalline Cellulose, hochdisperses Siliciumdioxid, Macrogol 400, Hypromellose.
Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit
Filmtabletten zu 5 mg, 10 mg und 20 mg.
Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten
Erektile Dysfunktion. Damit Levitra wirken kann, ist eine sexuelle Stimulation erforderlich.
Für die Behandlung von Frauen ist Levitra nicht indiziert.
Dosierung/Anwendung
Erwachsene Männer
Die empfohlene Dosis beträgt 10 mg, sie ist bei Bedarf ungefähr 25 bis 60 Minuten vor dem Geschlechtsverkehr einzunehmen.
Entsprechend der Wirksamkeit und Verträglichkeit kann die Dosis auf 20 mg erhöht oder auf 5 mg reduziert werden. Die maximal empfohlene Dosis beträgt 20 mg. Die Einnahme darf nicht häufiger als einmal täglich erfolgen. Levitra kann mit oder ohne Nahrung eingenommen werden.
Der Wirkungseintritt kann bei Einnahme einer fettreichen Mahlzeit verzögert sein (siehe «Pharmakokinetik»).
Spezielle Dosierungsanweisungen
Ältere Männer (ab 65 Jahren)
Da die Vardenafil-Clearance bei älteren Patienten vermindert ist (siehe «Pharmakokinetik»), sollte bei erstmaliger Anwendung die Dosis 5 mg betragen. Entsprechend der Wirksamkeit und Verträglichkeit kann die Dosis auf 10 mg und dann auf 20 mg erhöht werden.
Kinder und Jugendliche
Levitra ist nicht für die Anwendung unter 18 Jahren angezeigt.
Leberinsuffizienz
Die empfohlene Anfangsdosis für Patienten mit leichter und mässig eingeschränkter Leberfunktion (Child-Pugh A und B) beträgt 5 mg. Entsprechend der Verträglichkeit und Wirksamkeit kann die Dosis auf 10 mg erhöht werden (siehe «Pharmakokinetik»).
Child-Pugh C (siehe «Kontraindikationen»).
Niereninsuffizienz
Bei Patienten mit einer leichten bis mässigen Einschränkung der Nierenfunktion ist keine Dosisanpassung erforderlich.
Bei Patienten mit stark eingeschränkter Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance <30 ml/min) beträgt die empfohlene Anfangsdosis 5 mg. Entsprechend der Verträglichkeit und Wirksamkeit kann die Dosis auf 10 mg erhöht werden.
Patienten, die andere Medikamente anwenden
Bei gleichzeitiger Gabe des CYP 3A4-Inhibitors Erythromycin sollte die Vardenafil-Dosis 5 mg nicht überschritten (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen» und «Interaktionen») werden.
Kontraindikationen
Entsprechend der Wirkung einer Phosphodiesterase (PDE)-Hemmung auf den Stickstoffmonoxid/-cyclo-Guanosinmonophosphat-Stoffwechsel (siehe «Eigenschaften/Wirkungen»), können PDE5-Inhibitoren den blutdrucksenkenden Effekt von Nitraten verstärken. Daher ist die gleichzeitige Gabe mit Nitraten oder Stickstoffmonoxid-Donatoren (wie beispielsweise Amylnitrit) in jeder Darreichungsform kontraindiziert (siehe «Interaktionen»).
Patienten sind eindeutig zu informieren, dass sie illegal vertriebene Nitrate, die sog. «Poppers» (Amylnitrit) oder andere Nitrate auf keinen Fall während der Therapie mit Levitra einnehmen dürfen.
Mittel zur Behandlung der erektilen Dysfunktion sollten generell nicht von Männern angewendet werden, denen von sexuellen Aktivitäten abzuraten ist (z.B. Patienten mit schweren Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie instabiler Angina pectoris oder schwerer Herzinsuffizienz [NYHA III oder IV]).
Bei folgenden Untergruppen von Patienten wurde die Sicherheit von Vardenafil nicht untersucht, daher ist die Anwendung kontraindiziert, bis weitere Daten vorliegen:
Patienten mit schwerer Leberinsuffizienz (Child-Pugh C), im Endstadium einer Nierenfunktionsstörung mit Dialysepflicht, Patienten mit Hypotonie (Blutdruck <90/50 mmHg), mit kürzlich erlittenem Schlaganfall oder Herzinfarkt (innerhalb der letzten 6 Monate), mit instabiler Angina pectoris sowie mit bekannten erblich bedingten degenerativen Retinaerkrankungen wie Retinitis pigmentosa.
Die gleichzeitige Gabe von Vardenafil mit starken CYP3A4-Inhibitoren (Ritonavir, Indinavir, Itraconazol und Ketoconazol [orale Formulierungen]) ist kontraindiziert.
Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder einem der Hilfsstoffe.
Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen
Bevor eine medikamentöse Therapie in Betracht gezogen wird, sollten mittels Anamnese und körperlicher Untersuchung die Diagnose einer erektilen Dysfunktion gestellt und zugrunde liegende Ursachen ermittelt werden.
Vor dem Beginn jeglicher Behandlung einer erektilen Dysfunktion sollten die behandelnden Ärzte den kardiovaskulären Status ihrer Patienten berücksichtigen, da mit sexueller Aktivität ein gewisses kardiales Risiko einhergeht (siehe «Kontraindikationen»).
Vardenafil besitzt vasodilatatorische Eigenschaften, die zu leichten und vorübergehenden Blutdrucksenkungen führen (siehe «Eigenschaften/Wirkungen»).
Die medikamentöse Behandlung einer erektilen Dysfunktion sollte dann mit Vorsicht erfolgen, wenn anatomische Missbildungen des Penis (wie Angulation, Fibrose im Bereich der Corpora cavernosa oder die Peyronie-Krankheit) vorliegen, sowie bei Patienten mit für Priapismus prädisponierenden Erkrankungen (wie Sichelzellenanämie, Plasmozytom, Leukämie).
Es liegen keine Studien zur Unbedenklichkeit und Wirksamkeit von Vardenafil in Kombination mit anderen Behandlungen einer erektilen Dysfunktion vor. Die Anwendung solcher Kombinationen wird daher nicht empfohlen.
Die gleichzeitige Gabe von Vardenafil mit alpha-Blockern kann bei einigen Patienten zu einer unerwünscht starken Blutdrucksenkung führen. Solange keine weiteren Daten vorliegen, wird daher die gleichzeitige Anwendung von Vardenafil und alpha-Blockern nicht empfohlen.
Es ist nicht bekannt in welchem Zeitintervall nach Levitra-Einnahme Nitrate, falls erforderlich, sicher eingenommen werden können. Basierend auf dem pharmakokinetischen Profil einer 20 mg Einzeldosis, verabreicht an gesunden Probanden, liegen die Vardenafil Plasmaspiegel 24 Stunden nach Verabreichung bei <2 ng/ml (Cmax ungefähr 20 µg/L). Bei den folgenden Patienten wurden 24 Stunden nach Verabreichung Vardenafil Plasmaspiegel gefunden, die 2 bis 5 mal höher lagen, als bei gesunden Probanden: bei gleichzeitiger Einnahme von starken CYP3A4-Inhibitoren (Erythromycin, Ketoconazol, Indinavir), bei Patienten mit Leberinsuffizienz (z.B. Zirrhose) und bei Patienten über 65.
Obwohl die Vardenafil Plasmaspiegel 24 Stunden nach Verabreichung viel niedriger waren als die maximalen Plasmaspiegel, ist es unbekannt, ob zu diesem Zeitpunkt Nitrate sicher verabreicht werden können. Der Patient ist vom verschreibenden Arzt entsprechend zu informieren (siehe «Interaktionen» und «Kontraindikationen»).
Bei gleichzeitiger Gabe des CYP3A4-Inhibitors Erythromycin ist eine Dosisanpassung von Vardenafil notwendig (siehe «Interaktionen» und «Dosierung/Anwendung»).
Bei gleichzeitiger Einnahme von Grapefruitsaft ist ein Anstieg der Vardenafil-Plasmakonzentrationen zu erwarten. Daher sollte diese Kombination vermieden werden (siehe «Interaktionen»).
Vardenafil wurde nicht untersucht bei Patienten mit Rückenmarkverletzungen oder anderen ZNS-Erkrankungen, bei Patienten mit einem verminderten sexuellen Bedürfnis und bei Patienten, die sich einer Beckenoperation (ausgenommen nervenerhaltender Prostatektomie) unterzogen haben, ein Beckentrauma erlitten haben oder einer Radiotherapie unterworfen waren.
In-vitro-Studien an menschlichen Thrombozyten haben Hinweise darauf erbracht, dass Vardenafil allein keine antiaggregatorische Eigenschaften zeigt, aber bei höheren (über dem therapeutischen Bereich) Dosierungen die antiaggregatorische Wirkung des Stickstoffmonoxid-Donators Nitroprussid-Natrium verstärkt.
Beim Menschen hat weder die alleinige Gabe von Vardenafil noch in Kombination mit Acetylsalicylsäure einen Effekt auf die Blutungszeit (siehe «Interaktionen»).
Es liegen keine Daten über die Unbedenklichkeit der Verabreichung von Vardenafil an Patienten mit Blutungsstörungen oder aktiven peptischen Ulzera vor. Daher sollte Vardenafil diesen Patienten nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung verabreicht werden.
Interaktionen
Wirkungen von anderen Arzneimitteln auf Vardenafil
In-vitro-Studien
Vardenafil wird hauptsächlich in der Leber durch das Cytochrom P450 (CYP) 3A4 mit geringer Beteiligung der CYP3A5- und CYP2C-Isoenzyme metabolisiert. Inhibitoren dieser Isoenzyme können daher die Vardenafil-Clearance vermindern.
In-vivo-Studien
Die gleichzeitige Gabe des HIV Protease-Hemmers Indinavir (3-mal täglich 800 mg), eines starken CYP3A4-Inhibitors mit Vardenafil (10 mg) bewirkte eine 16-fache Steigerung der Vardenafil-AUC und eine 7-fache Steigerung der Vardenafil-Cmax. Nach 24 Stunden waren die Vardenafil-Plasmaspiegel wieder auf ungefähr 4% der maximalen Vardenafil-Plasmaspiegel (Cmax) gesunken (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).
Die gleichzeitige Gabe von Ketoconazol (200 mg), einem starken CYP3A4-Inhibitor mit Vardenafil (5 mg) bewirkte eine 10-fache Steigerung der Vardenafil-AUC und eine 4-fache Steigerung der Vardenafil-Cmax (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).
Obwohl spezifische Interaktionsstudien nicht durchgeführt wurden, ist zu erwarten, dass die gleichzeitige Anwendung anderer starker CYP3A4-Inhibitoren (wie Itraconazol oder Ritonavir) Vardenafil-Plasmaspiegel in vergleichbarer Höhe bewirken wie unter Anwendung mit Ketoconazol und Indinavir. Die gleichzeitige Gabe von Vardenafil mit starken CYP 3A4-Inhibitoren (Ritonavir, Indinavir, Itraconazol und Ketoconazol [orale Formulierungen]) ist kontraindiziert.
Bei gleichzeitiger Gabe von Erythromycin (3-mal täglich 500 mg), einem CYP3A4-Hemmstoff, und Vardenafil (5 mg) wurde die systemische Vardenafil-AUC 4-fach und die Vardenafil-Cmax 3-fach gesteigert. Bei gleichzeitiger Gabe von Erythromycin kann eine Anpassung der Vardenafil-Dosis notwendig sein (siehe «Dosierung/Anwendung» und «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).
Cimetidin (2-mal täglich 400 mg), ein unspezifischer Cytochrom-P450-Hemmer, zeigte bei gleichzeitiger Gabe von Vardenafil (20 mg) bei gesunden Probanden keinen Effekt auf die Vardenafil-AUC und -Cmax.
Grapefruitsaft kann als schwacher Hemmer des CYP3A4-Stoffwechsels in der Darmwand eine Steigerung des Vardenafil-Plasmaspiegels bewirken (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).
Bei gleichzeitiger Verabreichung von CYP3A4-Induktoren (z.B. Johanniskraut), ist eine Abnahme der Vardenafil Plasmakonzentrationen zu erwarten.
Die Pharmakokinetik von Vardenafil (20 mg) wurde durch die gleichzeitige Gabe des H2-Antagonisten Ranitidin (2-mal täglich 150 mg), Digoxin, Warfarin, Glibenclamid, Alkohol (mittlerer maximaler Blut-Alkoholspiegel von 73 mg/dl) oder der Einmalgabe von Antacida (Magnesiumhydroxid/Aluminiumhydroxid) nicht beeinflusst.
Obwohl spezifische Interaktionsstudien nicht für alle Arzneimittel durchgeführt wurden, erbrachte die Analyse pharmakokinetischer Daten keine Veränderungen der pharmakokinetischen Parameter von Vardenafil bei gleichzeitiger Gabe von Acetylsalicylsäure, ACE-Hemmern, Betablockern, schwachen CYP3A4-Inhibitoren, Diuretika und Medikamenten zur Behandlung von Diabetes (Sulfonylharnstoff und Metformin).
Wirkungen von Vardenafil auf andere Arzneimittel
Es liegen keine Daten zu Wechselwirkungen von Vardenafil mit nicht-spezifischen Phosphodiesterasehemmern wie Theophyllin oder Dipyridamol vor.
In-vitro-Studien
Vardenafil ist ein schwacher Hemmer von CYP3A4 (geschätzter Ki-Wert = 14,9 µM). Da im empfohlenen Dosierungsbereich die maximalen Plasmaspiegel ungefähr bei 0,035 µM liegen, scheint ein Einfluss auf die Clearance von Substraten der CYP3A4 Isoenzyme unwahrscheinlich zu sein.
In-vivo-Studien
In einer Studie an 18 gesunden männlichen Probanden wurde keine Verstärkung des blutdrucksenkenden Effektes von sublingual angewendetem Nitroglycerin (0,4 mg) bei Einnahme von Vardenafil (10 mg) in unterschiedlichen Abständen (1-24 Stunden) vor der Gabe von Nitroglycerin beobachtet. Es liegen jedoch keine Informationen über eine mögliche Verstärkung des blutdrucksenkenden Effektes von Nitraten und Vardenafil bei Patienten vor, daher ist die gleichzeitige Gabe kontraindiziert (siehe «Kontraindikationen» und «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).
Bei gleichzeitiger Gabe von Vardenafil (20 mg) mit Warfarin (25 mg), das durch CYP2C9 verstoffwechselt wird, oder Digoxin (0,375 mg) konnten keine signifikanten Wechselwirkungen gezeigt werden.
Für Phenprocoumon oder Acenocoumarol liegen keine Daten über die gemeinsame Verwendung mit Vardenafil vor. Die Antikoagulation muss deshalb bei der Komedikation mit Vardenafil engmaschig überwacht werden.
Die relative Bioverfügbarkeit von Glibenclamid (3,5 mg) wurde durch die gleichzeitige Gabe von Vardenafil (20 mg) nicht beeinflusst.
In einer gezielten Studie erhielten Hypertoniker Vardenafil (20 mg) zusammen mit verzögert freisetzendem Nifedipin (30 mg oder 60 mg). Es zeigte sich eine zusätzliche Senkung des Blutdruckes in Rückenlage um systolisch 6 mmHg und diastolisch um 5 mmHg, begleitet von einem Herzfrequenzanstieg um 4 Schläge/min.
Bei gleichzeitiger Einnahme von Vardenafil (20 mg) und Alkohol (mittlerer maximaler Blut-Alkoholspiegel von 73 mg/dl) wurden die Wirkung von Alkohol auf Blutdruck und Herzfrequenz nicht verstärkt und die pharmakokinetischen Eigenschaften von Vardenafil nicht verändert.
Die durch Acetylsalicylsäure (2-mal täglich 81 mg) bewirkte Verlängerung der Blutungszeit wurde durch Vardenafil (10 mg) nicht gesteigert.
Schwangerschaft/Stillzeit
Für die Behandlung von Frauen ist Levitra nicht indiziert.
Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen
Da in klinischen Studien mit Vardenafil über Schwindel und Sehstörungen berichtet wurde, sollen die Patienten darauf achten, wie sie auf die Einnahme von Levitra reagieren, bevor sie Auto fahren oder Maschinen bedienen.
Unerwünschte Wirkungen
In klinischen Studien erhielten mehr als 3750 Patienten Levitra. Die Nebenwirkungen waren überwiegend vorübergehender und leichter bis mässiger Natur. Die häufigsten, bei ³10% der Patienten aufgetretenen Nebenwirkungen sind Kopfschmerzen und Flush.
Folgende Nebenwirkungen wurden bei klinischen Studien beobachtet:
Die Häufigkeiten werden wie folgt angegeben:
Sehr häufig: ³10%; häufig: ³1%, <10%; gelegentlich: ³0,1%, <1%; selten: ³0,01%, <0,1%.
Nervensystem
Sehr häufig: Kopfschmerzen.
Häufig: Schwindel.
Selten: erhöhter Muskeltonus.
Augen
Gelegentlich: Sehstörungen.
Herz-Kreislauf
Sehr häufig: Flush.
Gelegentlich: Hypertonie.
Selten: Hypotonie, Synkope.
Atmungsorgane
Häufig: Rhinitis.
Verdauungstrakt
Häufig: Dyspepsie, Übelkeit.
Haut
Gelegentlich: Photosensibilität.
Urogenitalsystem
Selten: Erektionsstörungen.
Weiterhin wurden zwei Fälle von Priapismus in einer Phase-I-Studie bei Gabe von 40 mg Vardenafil (doppelte empfohlene Maximaldosis) beobachtet.
In einer Studie zur Untersuchung des Sehvermögens unter der doppelten empfohlenen Maximaldosis von Vardenafil traten eine Stunde nach der Einnahme bei einigen Patienten leichte und vorübergehende Beeinträchtigungen des Farbunterscheidungsvermögens im Blau/Grün- und Purpur-Bereich auf. Diese Beeinträchtigungen besserten sich nach 6 Stunden und waren nach 24 Stunden nicht mehr nachweisbar. Die Mehrzahl der Patienten empfand subjektiv keine Veränderung des Sehvermögens.
Schwerwiegende kardiovaskuläre Ereignisse, einschliesslich Hirnblutung, Herzinfarkt, plötzlicher Herztod, transitorische ischämische Attacke und ventrikuläre Arrhythmie, wurden nach der Markteinführung im zeitlichen Zusammenhang mit dem Gebrauch eines anderen Arzneimittels dieser Wirkstoffklasse berichtet.
Überdosierung
In Studien an gesunden Probanden wurden Einmaldosen bis zu einschliesslich 80 mg pro Tag ohne schwerwiegende Nebenwirkungen vertragen.
Bei Einnahme von Vardenafil in höherer Dosis und häufiger als empfohlen (2-mal täglich 40 mg), wurden starke Rückenschmerzen berichtet. Dies war nicht verbunden mit toxischen Wirkungen auf Muskeln und Nervensystem.
In Fällen einer Überdosierung sollten je nach Bedarf die üblichen unterstützenden Massnahmen eingeleitet werden. Da Vardenafil in hohem Masse an Plasmaproteine gebunden ist und nicht wesentlich renal eliminiert wird, ist durch Dialyse keine Beschleunigung der Clearance zu erwarten.
Eigenschaften/Wirkungen
ATC-Code: G04BE09
Vardenafil ist eine orale Behandlung zur Verbesserung der erektilen Funktion bei Männern mit erektiler Dysfunktion. Liegt eine sexuelle Stimulation vor, wird die gestörte Erektionsfähigkeit durch eine Steigerung des Bluteinstroms in den Penis wiederhergestellt.
Die Erektion des Penis basiert auf einem hämodynamischen Prozess durch Relaxation der glatten Muskulatur im Corpus cavernosum und den angrenzenden Arteriolen. Während der sexuellen Stimulation erfolgt die Freisetzung von Stickstoffmonoxid (NO) an den Nervenenden im Corpus cavernosum. Stickstoffmonoxid aktiviert das Enzym Guanylatcyclase, was zu erhöhten Spiegeln an zyklischem Guanosinmonophosphat (cGMP) im Corpus cavernosum führt. Hierdurch kommt es zu einer Relaxation der glatten Muskulatur im Corpus cavernosum, wodurch ein gesteigerter Bluteinstrom in den Penis ermöglicht wird. Der cGMP-Spiegel wird über die Syntheserate durch Guanylatcyclase und über die Abbaurate durch cGMP-hydrolysierende Phosphodiesterasen (PDEs) geregelt.
Vardenafil ist ein wirksamer und selektiver Hemmstoff der cGMP-spezifischen Phosphodiesterase Typ 5 (PDE5), der wichtigsten PDE im menschlichen Corpus cavernosum. Vardenafil verstärkt den Effekt des endogenen Stickstoffmonoxids im Corpus cavernosum, indem es PDE5 hemmt. Wenn als Reaktion auf sexuelle Stimulation Stickstoffmonoxid freigesetzt wird, bewirkt die PDE5-Hemmung durch Vardenafil erhöhte cGMP-Spiegel im Corpus cavernosum. Daher ist eine sexuelle Stimulation nötig, damit Vardenafil den beabsichtigten günstigen therapeutischen Effekt entwickeln kann.
In-vitro-Studien zeigten, dass Vardenafil stärker auf PDE5 wirkt als auf andere bekannte Phosphodiesterasen (>15-fach gegenüber PDE6, >130-fach gegenüber PDE1, >300-fach gegenüber PDE11 und >1000-fach gegenüber PDE2, PDE3, PDE4, PDE7, PDE8, PDE9 und PDE10).
Eine Untersuchung mittels Penis-Plethysmographie (RigiScan®) zeigte, dass bereits 15 Minuten nach Einnahme von 20 mg Vardenafil bei manchen Patienten für einen Geschlechtsverkehr ausreichende Erektionen (60%ige Rigidität an der Peniswurzel, gemessen mit RigiScan®) erreicht wurden. Generell wurde die Wirkung von Vardenafil im Vergleich zu Placebo innerhalb von 25 Minuten nach Einnahme statistisch signifikant.
Vardenafil bewirkt eine leichte und vorübergehende Blutdrucksenkung, die in der Mehrzahl der Fälle klinisch nicht relevant ist. Im Vergleich zu Placebo betrug die mittlere maximale systolische Blutdrucksenkung in Rückenlage nach Gabe von 20 mg Vardenafil 6,9 mmHg und nach Gabe von 40 mg Vardenafil 4,3 mmHg. Orale Einmal- sowie Mehrfachgaben von bis zu 40 mg Vardenafil führten nicht zu klinisch relevanten EKG-Veränderungen.
Weitere Informationen über klinische Studien
Vardenafil wurde in klinischen Studien an mehr als 3750 Patienten mit erektiler Dysfunktion (ED) im Alter von 18-89 Jahren, von denen viele multiple Begleiterkrankungen aufwiesen, verabreicht. Mehr als 1630 Patienten wurden 6 Monate oder länger mit Levitra behandelt. Von diesen wurden mehr als 730 ein Jahr oder länger therapiert.
Die folgenden Patientengruppen waren vertreten: Ältere (22%), Patienten mit Bluthochdruck (35%), mit Diabetes mellitus (29%), mit koronarer Herzkrankheit und anderen Herz-Kreislauf-Erkrankungen (7%), mit chronischen Lungenerkrankungen (5%), mit Hyperlipidämie (22%), mit Depressionen (5%) und mit radikaler Prostatektomie (9%). Die folgenden Gruppen waren nur unzureichend vertreten: Ältere über 75 Jahre (2,4%) und Patienten mit bestimmten Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Es wurden keine Studien durchgeführt an Patienten mit Rückenmarkverletzungen oder anderen ZNS-Erkrankungen, an Patienten mit stark eingeschränkter Nieren- und Leberfunktion, an Patienten nach Beckenoperation (ausgenommen nervenerhaltender Prostatektomie) oder Beckentrauma oder nach Radiotherapie, an Patienten mit einem verminderten sexuellem Bedürfnis oder an Patienten mit anatomischen Missbildungen des Penis.
In allen relevanten Studien führte die Behandlung mit Vardenafil zu einer Verbesserung der erektilen Funktion im Vergleich zur Behandlung mit Placebo. Bei der kleinen Anzahl von Patienten, die bis zu vier bis fünf Stunden nach der Einnahme versuchten, den Geschlechtsverkehr zu vollziehen, war die Erfolgsrate für die Penetration und das Aufrechterhalten der Erektion höher als bei Placebo.
In Studien mit festgelegter Dosierung und einer Dauer von 3 Monaten in einer ausgedehnten Population von Männern mit erektiler Dysfunktion berichteten 68% der mit 5 mg behandelten Männer, 76% der mit 10 mg behandelten Männer und 80% der mit 20 mg behandelten Männer über eine erfolgreiche Penetration (SEP 2) verglichen mit 49% unter Placebogabe. In dieser ausgedehnten Population wurde die Fähigkeit zum Aufrechterhalten der Erektion (SEP 3) mit 53% (5 mg), 63% (10 mg) und 65% (20 mg) im Vergleich zu 29% unter Placebo angegeben.
Anhand gepoolter Daten der grösseren Wirksamkeitsstudien war der Anteil an Patienten, die nach Anwendung von Vardenafil über eine erfolgreiche Penetration berichteten, wie folgt: Männer mit psychogener erektiler Dysfunktion (77-87%), mit gemischter erektiler Dysfunktion (69-83%), mit organisch bedingter erektiler Dysfunktion (64-75%), Ältere (52-75%), Männer mit koronarer Herzkrankheit (70-73%), mit Hyperlipidämie (62-73%), mit chronischen Lungenerkrankungen (74-78%), mit Depressionen (59-69%) und Patienten, die gleichzeitig mit Antihypertensiva behandelt wurden (62-73%).
In einer klinischen Studie mit Patienten mit Diabetes mellitus verbesserte Vardenafil bei einer Dosierung von 10 mg und 20 mg die erektile Funktion, die Fähigkeit einer für die Vollendung des Geschlechtsaktes ausreichend lang anhaltenden Erektion sowie die Penis-Rigidität im Vergleich zu Placebo signifikant. Die Fähigkeit, eine Erektion zu erlangen (aufrechtzuerhalten) wurde nach dreimonatiger Behandlungsdauer für die 10 mg Vardenafil-Dosis von 61% (49%) der Patienten und für die 20 mg Vardenafil-Dosis von 64% (54%) verglichen mit 36% (23%) unter Placebo erreicht.
In einer klinischen Studie mit Patienten nach einer Prostatektomie verbesserte Vardenafil bei einer Dosierung von 10 mg und 20 mg die erektile Funktion, die Fähigkeit einer für die Vollendung des Geschlechtsaktes ausreichend lange anhaltenden Erektion sowie die Penis-Rigidität im Vergleich zu Placebo signifikant. Die Fähigkeit, eine Erektion zu erlangen (aufrechtzuerhalten) wurde nach dreimonatiger Behandlungsdauer für die 10 mg Vardenafil-Dosis von 47% (37%) der Patienten und für die 20 mg Vardenafil-Dosis von 48% (34%) verglichen mit 22% (10%) unter Placebo erreicht.
Eine verbesserte Wirkung der 20 mg Dosis im Vergleich zu 10 mg wurde vor allem bei Patienten mit schwerer Funktionsstörung und bereits mehr als 3 Jahren bestehender Erkrankung beobachtet.
Die Sicherheit und Wirksamkeit von Vardenafil wurden in Langzeitstudien bestätigt.
Pharmakokinetik
Absorption
Vardenafil wird schnell resorbiert - bei einigen Männern wurden bereits 15 Minuten nach Einnahme maximale Plasmaspiegel beobachtet. In 90% der Fälle werden jedoch nach oraler Gabe im nüchternen Zustand maximale Plasmaspiegel innerhalb von 30 und bis 120 Minuten (Mittel: 60 Minuten) erreicht. Die mittlere absolute Bioverfügbarkeit beträgt 15%. Nach oraler Einnahme von Vardenafil nehmen AUC und Cmax fast dosisproportional über den empfohlenen Dosisbereich (5 bis 20 mg) zu.
Bei Einnahme von Vardenafil zusammen mit einer sehr fettreichen Mahlzeit (Fettgehalt 57%) ist die Resorptionsgeschwindigkeit reduziert, die tmax verlängert sich im Mittel um 1 Stunde und Cmax ist im Mittel um 20% veringert. Die Vardenafil-AUC wird nicht beeinflusst. Im Vergleich zur Nüchterneinnahme bleiben bei Einnahme von Vardenafil nach einer Mahlzeit mit 30% Fettgehalt Resorptionsrate und Resorptionsausmass von Vardenafil (tmax, Cmax und AUC) unverändert.
Distribution
Das mittlere Verteilungsvolumen von Vardenafil im Steady State (Vss) beträgt 208 l, was auf eine Verteilung in die Gewebe hinweist. Vardenafil und sein wichtigster im Blutkreislauf zirkulierender Metabolit (M1) sind beide stark an Plasmaproteine gebunden (zu rund 95% für Vardenafil oder M1). Die Proteinbindung ist sowohl für Vardenafil als auch für M1 unabhängig von der Gesamtkonzentration des Arzneimittels.
Bei gesunden Probanden wurde 90 Minuten nach Applikation von Vardenafil weniger als 0,00012% der verabreichten Menge im Sperma gefunden.
Metabolismus
Vardenafil wird überwiegend in der Leber durch CYP3A4 und CYP2C9 metabolisiert.
Der wichtigste zirkulierende Metabolit (M1) resultiert aus Deethylierung von Vardenafil und unterliegt einer weiteren Metabolisierung zu M4 und M5 mit einer Plasmahalbwertszeit von etwa 4 Stunden. Alle 3 Metaboliten sind aktiv. Anteile von M1 finden sich als Glukuronid im Blutkreislauf. Das Profil der Phosphodiesterase-Selektivität des Metaboliten M1 ist ähnlich dem von Vardenafil und weist in vitro eine Hemmwirkung für PDE5 auf, die rund 28% derjenigen von Vardenafil beträgt.
Elimination
Die Gesamtkörperclearance von Vardenafil beträgt 56 l/h, die terminale Halbwertszeit 4 bis 5 Stunden. Nach oraler Applikation wird Vardenafil nach Metabolisierung fast ausschliesslich über die Fäzes (rund 91-95% der verabreichten Dosis) und in geringerem Mass renal (rund 2-6% der verabreichten Dosis) ausgeschieden.
Kinetik spezieller Patientengruppen
Ältere Patienten
Gesunde ältere Probanden (65 Jahre oder älter) zeigten im Vergleich zu jüngeren Probanden (18-45 Jahre) eine herabgesetzte hepatische Vardenafil-Clearance. Ältere Männer zeigten durchschnittlich eine um 52% höhere AUC und eine um 34% höhere Cmax als jüngere Männer.
Niereninsuffizienz
Bei Probanden mit leichter bis mässiger Nierenfunktionsstörung (Kreatinin-Clearance = 30-80 ml/min) war die Pharmakokinetik von Vardenafil vergleichbar mit der Kontrollgruppe aus Patienten mit normaler Nierenfunktion. Bei Probanden mit schwerer Nierenfunktionsstörung (Kreatinin-Clearance <30 ml/min) waren verglichen mit Probanden mit normaler Nierenfunktion die mittlere AUC um 21% erhöht und die mittlere Cmax um 23% erniedrigt. Es wurde keine statistisch signifikante Korrelation zwischen der Kreatinin-Clearance und der Vardenafil-Exposition (AUC und Cmax) beobachtet (siehe «Dosierung/Anwendung»).
Die Pharmakokinetik von Vardenafil bei dialysepflichtigen Patienten wurde nicht untersucht (siehe «Kontraindikationen»).
Leberinsuffizienz
Bei Patienten mit leichter bis mässiger Leberfunktionsstörung (Child-Pugh A und B), war die Clearance von Vardenafil proportional zum Grad der Leberfunktionsstörung herabgesetzt.
Im Vergleich mit gesunden Probanden waren bei Patienten mit leichter Leberfunktionsstörung (Child-Pugh A) die mittlere AUC und Cmax von Vardenafil um 17% bzw. 22% erhöht.
Im Vergleich mit gesunden Probanden waren bei Patienten mit mässigen Leberfunktionsstörungen (Child-Pugh B) die mittlere AUC um das 2,6fache und Cmax von Vardenafil um das 2,3fache erhöht.
Die Pharmakokinetik von Vardenafil bei Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung (Child-Pugh C) wurde nicht untersucht (siehe «Kontraindikationen»).
Präklinische Daten
Basierend auf den konventionellen Studien zur Sicherheitspharmakologie, Toxizität nach wiederholter Gabe, Genotoxizität, Reproduktionstoxizität und zum karzinogenen Potenzial lassen die präklinischen Daten keine besonderen Gefahren für den Menschen erkennen.
Sonstige Hinweise
Haltbarkeit
Das Arzneimittel soll nur bis zu dem mit «EXP» bezeichneten Verfalldatum verwendet werden.
Lagerungshinweise
Nicht über 30 °C lagern.



















