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Prozac (Fluctine) - gegen Depression

Prozac ist ein wirksames Antidepressivum mit dem Wirkstoff Serotonin. Das Medikament wird zur Behandlung von Depressionen eingesetzt. Aber auch bei Bulimie, Migräne, Autismus, Panikattacken, Schizophrenie und extremer Gewalttätigkeit kann das Medikament Prozac helfen.

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Fachinformation Prozac

Antidepressivum
Selektiver Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer

Zusammensetzung Kapseln

1 Kapsel enthält Fluoxetinum 20 mg ut fluoxetini hydrochloridum, color.: E 131, excipiens pro capsula.

Eigenschaften/Wirkungen

Fluoxetin ist ein Antidepressivum zur oralen Anwendung, das chemisch weder mit tri- oder tetracyclischen noch anderen Antidepressiva verwandt ist. Aus Tierstudien wird angenommen, dass Fluoxetin, anders als tricyclische Antidepressiva, keinen direkten Einfluss auf noradrenerge oder dopaminerge Neuronen hat.

Die klinische Wirkung dürfte auf einer Hemmung der Wiederaufnahme des Serotonins in die präsynaptischen Neuronen beruhen. Bei Probanden, die eine Woche lang 30 mg Fluoxetin pro Tag erhalten haben, nahm die Serotonin- Aufnahme durch Blutplättchen um mehr als 60% ab.

Pharmakokinetik

Die Fluoxetin-Lösung (Prozac Liquid 20 mg/5 ml) ist bioäquivalent der Fluoxetin-Kapsel (Prozac 20 mg Kapsel).

Absorption

Fluoxetin wird nach oraler Verabreichung gut resorbiert (mindestens 85%). Plasmaspitzenspiegel treten 6 Stunden nach Verabreichung auf. Bei einmaliger oraler Verabreichung einer Dosis von 40 mg werden Plasmaspitzenspiegel in einem Bereich von 15 bis 55 ng/ml nach 6-8 Stunden beobachtet. Nach einer 30-tägigen Einnahme von 40 mg/Tag sind Plasmakonzentrationen von 91-302 ng/ml Fluoxetin und von 72-258 ng/ml Norfluoxetin beobachtet worden. Die Resorptionsgeschwindigkeit verlangsamt sich geringfügig bei gleichzeitiger Nahrungsaufnahme, das Ausmass der Resorption bleibt jedoch unverändert.

Metabolismus

Bei rund 3 bis 10% der gesunden Bevölkerung kommt es aufgrund eines genetischen Defektes zu einer Verringerung der Aktivität des Cytochrom-450-Isoenzyms 2D6. Solche Personen werden als «poor metabolizers» von Sustanzen wie Debrisoquin, Dextromethorphan und trizyklischen Antidepressiva bezeichnet. Viele Substanzen, darunter auch die meisten Antidepressiva wie etwa Fluoxetin und andere selektive Serotoninaufnahmehemmer, werden durch dieses Isoenzym metabolisiert; deshalb sind die pharmakologischen Eigenschaften und relativen Anteile der Metaboliten bei «poor metabolizern» verändert. Jedoch ist im Falle von Fluoxetin und seinen Metaboliten die Summe der Plasmakonzentrationen der 4 aktiven Enantiomere zwischen «poor» und «fast metabolizern» vergleichbar.

Distribution

Das Verteilungsvolumen von Fluoxetin und des Desmethylmetaboliten von Fluoxetin (Norfluoxetin) beträgt 20 bis 45 Liter/kg Körpergewicht. Die Bindung an Serumprotein beträgt ca. 94,5%.

Elimination

Fluoxetin wird extensiv metabolisiert, so dass nur geringe Mengen unveränderter Muttersubstanz in den Harn ausgeschieden werden. Bei Untersuchungen mit radioaktiv markierter Substanz wurden nach 5 Wochen 60% der Radioaktivität im Harn und 16% in den Faeces wiederaufgefunden. Ein bekannter Metabolit ist das Desmethylfluoxetin Norfluoxetin, das ebenfalls die Aufnahme von Serotonin selektiv hemmt.

Bei gesunden Probanden beträgt die Halbwertszeit von Fluoxetin 4-6 Tage, die des Desmethylmetaboliten (Norfluoxetin) 4-16 Tage.

Die Plasmaclearance beträgt für Fluoxetin etwa 20 Liter/Std. und für Desmethylfluoxetin etwa 9 Liter/Std.

Bereich der optimalen Wirkkonzentration im Plasma

Ein Steady state der Plasmakonzentrationen wird nach 2-3 Wochen erreicht. Wirksame oder messbare Serumspiegel bleiben nach Absetzen des Medikamentes noch während 5 Halbwertszeiten bestehen.

Die erreichten steady-state-Spiegel sind proportional der Dosierung, variieren aber von Patient zu Patient beträchtlich.

Kinetik in besonderen klinischen Situationen

Die pharmakokinetischen Profile von älteren Probanden wichen - bei Einmaldosierung - von jenen junger Probanden nicht signifikant ab.

Bei Niereninsuffizienz kommt es unter mehrfacher Verabreichung von Fluoxetin zu einer Kumulation, welche im allgemeinen eine Dosisanpassung erfordert.

Bei Patienten mit fortgeschrittener Leberzirrhose ist die Elimination von Fluoxetin deutlich vermindert. Die Halbwertszeit von Fluoxetin verlängert sich im Durchschnitt auf 7,6 (üblicherweise 4-6 Tage), die von Norfluoxetin auf 12 Tage (üblicherweise 4-16 Tage).

In all diesen 3 Situationen wird eine Dosisanpassung empfohlen (siehe «Dosierung/Anwendung»).

Bis jetzt liegen keine Daten am Menschen über die Verteilung von Fluoxetin in Liquor oder über den plazentaren Übergang vor.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Fluoxetin ist zur Behandlung von Depressionen unterschiedlicher Genese und Bulimia nervosa geeignet.

Dosierung/Anwendung

Depression

Die empfohlene Tagesdosis beträgt 20 mg Fluoxetin.

Obwohl Fluoxetin in klinischen Prüfungen bis zu 80 mg/Tag gegeben wurde, war der klinische Effekt bei 20 mg/Tag mit dem bei der höheren Dosierung vergleichbar. Falls in Einzelfällen erforderlich, kann die Dosis nach einigen Wochen schrittweise (20 mg) erhöht werden. Die Höchstdosis beträgt 80 mg Fluoxetin pro Tag.

Überschreitet die Tagesdosis 20 mg, so sollte sie während des Tages verteilt ( z.B. morgens und abends) werden.

In speziellen Fällen (siehe unten) kann zur Dosisreduktion die Verabreichungsfrequenz reduziert werden, z.B. 20 mg jeden 2. Tag.

Bulimia nervosa

Die empfohlene Dosis beträgt 60 mg pro Tag.

Korrekte Art der Einnahme

Fluoxetin kann unabhängig von der Nahrung eingenommen werden.

Schnelllösliche Tabletten (teilbar) können entweder direkt, ganz oder als Hälfte, oder gelöst in ca. 100 ml Wasser, eingenommen werden.

Spezielle Dosierungsanweisungen

Bei älteren Patienten und Patienten mit geringem Körpergewicht sollten 60 mg Fluoxetin pro Tag nicht überschritten werden; es werden niedrigere Dosen empfohlen.

Niereninsuffizienz: Bei Niereninsuffizienz kommt es unter mehrfacher Verabreichung von Fluoxetin zu einer Kumulation, welche im allgemeinen eine Dosisanpassung erfordert.

Leberinsuffizienz: Aufgrund des verlängerten Metabolismus von Fluoxetin muss die vorgesehene Dosis reduziert werden. Das heisst z.B. 20 mg jeden 2. Tag.

Komedikation: Eine tiefere oder weniger häufige Dosis sollte in Betracht gezogen werden bei Patienten, welche mehrere Medikamente einnehmen.

Anwendungseinschränkungen

Kontraindikationen

Überempfindlichkeit gegenüber Fluoxetin oder einem der in Prozac enthaltenen Hilfsstoffe. Bei akuten manischen Zuständen sollte eine Therapie mit Fluoxetin nicht initiiert werden.

Eine Behandlung von Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren mit Prozac wird nicht empfohlen.

Vorsichtsmassnahmen

Kardiovaskuläre Probleme

Bei Patienten mit Herz- oder Blutdruckproblemen sollten die üblichen Vorsichtsmassnahmen eingehalten werden. (vgl. «Unerwünschte Wirkungen»).

MAOI's/MAO-Hemmer: Die gemeinsame Verwendung von Fluoxetin und MAO-Hemmern muss vermieden werden. Bei gemeinsamer Gabe von Fluoxetin und MAO-Hemmern oder serotonergen Antidepressiva wie Clomipramin, wurde über schwerwiegende Reaktionen berichtet. Die Symptomatik (Serotonin-Syndrom) äussert sich u.a. in Hyperthermie, Muskelhypertonie, Myoklonien, autonomer Dysfunktion (Kreislaufinstabilität) und Bewusstseinsstörungen.

Aufgrund von Erfahrungen bei der gleichzeitigen Anwendung von MAO-Hemmern und trizyklischen Antidepressiva sollte mindestens ein Zeitraum von 14 Tagen zwischen dem Absetzen von MAO-Hemmern und dem Beginn der Prozac-Therapie verstreichen.

Da Fluoxetin und sein aktiver Metabolit eine lange Halbwertszeit aufweisen, sollte zumindest ein Abstand von 5 Wochen (ca. 5 Halbwertszeiten von Norfluoxetin) zwischen dem Absetzen von Prozac und dem Beginn der Therapie mit MAO-Hemmern eingehalten werden. Die Verabreichung von MAO-Hemmern innerhalb von 5 Wochen nach dem Absetzen von Prozac kann das Risiko von schweren Nebenwirkungen erhöhen. Todesfälle wurden berichtet, nachdem MAO- Hemmer kurzfristig nach dem Absetzen von Prozac eingenommen wurden.

Falls Fluoxetin chronisch und/oder in hoher Dosierung verschrieben wird, sollte ein längeres Intervall in Betracht gezogen werden.

Ausschlag: Seit der Einführung von Fluoxetinhydrochlorid sind bei Patienten mit Ausschlägen systemische Krankheitsfälle, die möglicherweise mit Vaskulitis in Verbindung stehen, beobachtet worden. Diese Fälle treten zwar nur selten auf, können aber durch ihren Einfluss auf Lunge, Nieren oder Leber ernsthafte Folgen haben. Berichten zufolge können diese systemischen Erkrankungen auch zum Tod führen. Es wurde über anaphylaktische Erscheinungen z.B. mit Bronchospasmus, angioneurotischen Ödemen und Urtikaria berichtet.

Beim Auftreten eines Ausschlages oder anderer möglicherweise allergischer Phänomene für welche keine andere Ursache identifiziert werden kann, sollte Fluoxetin abgesetzt werden.

Epileptische Anfälle: Eine Behandlung mit Fluoxetin sollte bei Patienten mit einer Vergangenheit von epileptischen Anfällen vorsichtig eingeleitet werden.

Hyponaträmie: Fälle von Hyponaträmie (einige mit Natrium-Werten niedriger als 110 mmol/L) wurden berichtet. Die Mehrheit dieser Fälle fanden bei älteren Patienten und bei Patienten, welche mit Diuretika behandelt wurden, oder bei sonst Volumen-reduzierten Patienten statt. (siehe «Unerwünschte Wirkungen»).

Glykämische Überwachung: Bei Patienten mit Diabetes mellitus trat Hypoglykämie während der Therapie mit Fluoxetin auf und entwickelte sich Hyperglykämie nach dessen Absetzung. Die Dosierung von Insulin und oraler Antidiabetika muss eventuell angepasst werden, wenn eine Fluoxetin- Therapie begonnen oder beendet wird.

Bis zum Einsetzen der antidepressiven Wirkung (1-3 Wochen) sind die Patienten ausreichend zu beobachten, insbesondere auf das Auftreten von manischen Symptomen.

Bei Studien aus den USA mit Fluoxetin traten bei 0,1% der Patienten mit Depression und bei 0,7% aller Patienten hypomanische oder manische Zustände auf.

Die Möglichkeit eines Selbstmordversuches ist ein der Depression inhärentes Risiko, das bis zu einer signifikanten Remission bestehen bleibt. Bei grosser Suizidgefahr sollte mit der Einführung der Fluoxetinbehandlung eine besondere Beaufsichtigung dieser Patienten einhergehen. Um das Risiko einer Überdosis zu verringern, sollte eine möglichst geringe, aber patientengerechte Tabletten- bzw. Kapselmenge verschrieben werden.

Wegen der langen Eliminationshalbwertszeiten der Muttersubstanz und ihrer Metaboliten spiegeln sich Dosisänderungen in den ersten Wochen nicht vollständig im Plasma wider, was die Endtitration einer evtl. zu verabreichenden Dosis und den eventuellen Abbruch der Therapie beeinträchtigt (siehe «Pharmakokinetik»). Die gleichen Überlegungen gelten auch für das mögliche Auftreten von Interaktionen.

Bei gleichzeitiger Therapie mit ZNS-wirksamen Substanzen ist Vorsicht bei der Dosierung geboten, da sich die gegenseitige Wirkung verstärken kann. (dazu siehe unter «Interaktionen»).

Da Fluoxetin stark an Plasmaproteine gebunden wird, kann die Gabe von Fluoxetin bei Patienten, die bereits ein anderes, ebenfalls stark an Plasmaproteine gebundenes Medikament (z.B. orale Antikoagulantien, Digitoxin) einnehmen, zu einer Abweichung der Plasmakonzentrationen führen, die wiederum unerwünschte Reaktionen verursachen können.

Vigilität/Reaktionsbereitschaft

Beim Bedienen von Maschinen und beim Führen von Kraftfahrzeugen ist nach bisher vorliegenden Untersuchungen keine Beeinträchtigung durch Prozac aufgetreten. Dennoch empfiehlt es sich, die individuelle Reaktion sorgfältig zu beobachten.

Physische und psychische Abhängigkeit

Wie bei der Verabreichung anderer ZNS- wirksamer Medikamente sollten Ärzte bei Ihren Patienten sorgfältig die Möglichkeit einer allfälligen Vorgeschichte von Medikamentenabhängigkeit abklären, solche Patienten überwachen und sie betreffend Zeichen eines allfälligen Missbrauchs von Prozac (z.B. Entwicklung einer Toleranz, Dosiserhöhung, übermässige Nachfrage nach dem Medikament) beobachten.

Unerwünschte Wirkungen können bei gleichzeitiger Anwendung von Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmern und pflanzlichen Präparaten, welche Hypericum perforatum enthalten, auftreten.

Schwangerschaft/Stillzeit

Schwangerschaftskategorie C.

Schwangerschaft: Experimentelle Tierstudien geben keine Hinweise auf direkt oder indirekt schädliche Effekte mit Bezug auf die Entwicklung des Embryo oder Fötus oder den Verlauf während Trächtigkeit resp. Schwangerschaft. Allerdings trat in Rattenstudien, in Analogie zu anderen Serotonin -Wiederaufnahmehermmern (SSRI), eine Erhöhung der Anzahl der Totgeburten, eine Erniedrigung des Geburtsgewichts und eine Erhöhung der neonatalen Mortalität auf. Die klinische Bedeutung dieser Befunde ist unbekannt.

Da Tierfortpflanzungsversuche nicht immer menschliche Reaktion vorhersagen können, sollte dieses Medikament in der Schwangerschaft nur bei klarer Indikation verwendet werden.

Fluoxetin wurde in 8 prospektiven wovon 6 kontrollierte und in 1 retrospektiven Studie bei schwangeren Frauen untersucht.

In diesen Studien wurde keine Teratogenität und auch keine Erhöhung der spontanen Abortrate gefunden. Veränderung bei der Frühgeborenenrate, von Geburtsgewicht und neonatale Komplikationen wurden in einer Studie beschrieben, erreichten jedoch keine statistische bzw. klinische Signifikanz und sind mit den Resultaten aus den anderen Studien nicht konsistent.

Bei 796 Schwangerschaften mit Fluoxetin-Exposition ergab sich kein Hinweis auf ein erhöhtes Risiko bzw. Abnormalitätsmuster.

Stillzeit: Fluoxetin wird in menschliche Milch ausgeschieden; deshalb wird Fluoxetin für stillende Frauen nicht empfohlen.

Wehen und Niederkunft: Der Effekt von Fluoxetin auf Wehen und Entbindung beim Mensch ist nicht bekannt.

Unerwünschte Wirkungen

Für Fluoxetin wurden folgende unerwünschten Wirkungen beobachtet.

Angaben: >5%:% Wirkstoff versus (vs) % Placebo, 5-0,1%: gelegentlich, <0,1%: selten.

Nervensystem: Schläfrigkeit (16% vs 7,4%), Kopfschmerzen (20,3% vs 15,4%), Nervosität (14,9% vs 8,5%), Schlaflosigkeit (13,8% vs 7,1%), ungewöhnliche Bewegungen/Tremor (12,1% vs 2,7%), Angst und verwandte Symptome (26,0% vs 19,4%), Schwindel (5,7% vs 3,3%); gelegentlich: ungewöhnliche Träume, Konzentrations- und Denkstörungen, Depersonalisation, epileptische Manifestationen; selten: manische/hypomanische Reaktion, Psychose, Halluzinationen, Agitiertheit, Koma, Depressionen.

Selten trat im Zusammenhang mit Hyponatriämie Hirnödem auf (Symptome: Verwirrtheit, Bewusstseinsstö­rungen, Krampfanfälle).

Verdauungssystem: Nausea (21,1% vs 10,1%), Mundtrockenheit (9,5% vs 6,0%), Dyspepsie (6,4% vs 4,3%), Diarrhöe (12,3% vs 7,0%), Anorexie (10,8% vs 3,5%); gelegentlich: Erbrechen, selten: Dysphagie; sehr selten: Hepatitis, Pankreatitis.

Gesamtkörper: gelegentlich: Asthenie, Frösteln; selten: Lichtempfindlichkeitsreaktion, serumkrankheitsähnliche Reaktion. Anaphylaktische Reaktionen und Serotonin- Syndrom (mit MAOI's) (vgl. «Vorsichtsmassnahmen»).

Kardiovaskuläres System: gelegentlich: Vasodilatation, hyper- und hypotensive Kreislaufdysregulationen, Synkopen, Angina Pectoris, Myokardinfarkt, Tachykardie (siehe «Überdosierung»), zerebrale Durchblutungsstörungen; selten: Reizleitungs- bzw. Reizbildungsstörungen des Herzens, Thrombophlebitis.

Endokrines System: inadäquate Sekretion von ADH (vgl. Labordaten weiter unten), Hypoglykämie (vgl. «Vorsichtsmassnahmen»).

Blut- und Lymphsystem: selten: Thrombozytopenie, Leukopenie, Pancytopenie, gelegentlich: Ekchymosen.

Atmungssystem: gelegentlich: Gähnen.

Haut und Hautanhänge: starkes Schwitzen (8,4% vs 3,8%), gelegentlich: Exantheme (4%), die sehr selten von systemischen Begleiterscheinungen wie Gelenksbeschwerden, Adenopathie und Fieber begleitet sein können. Pruritus, Urtikaria; selten: Alopezie.

Systemische Symptome, die wahrscheinlich auf eine Vasculitis zurückzuführen sind, wurden sehr selten bei Patienten mit Hautausschlägen berichtet, in diesem Zusammenhang wurden Todesfälle gemeldet.

Ob diese systemischen Nebenwirkungen und die Hautausschläge eine gemeinsame zugrundeliegende Ursache haben, oder verschiedener Pathogenese sind, ist nicht bekannt. Immunbiologische Zusammenhänge konnten bisher nicht gefunden werden.

Nekrolysis epidermica: Vereinzelt wurden Fälle von exfoliativer Dermatitis in zeitlichem Zusammenhang mit Fluoxetin-Gabe berichtet.

Sinnesorgane: gelegentlich: Sehstörungen, Mydriasis, Geschmacksstörungen.

Urogenitalsystem: gelegentlich: abnorme Ejakulation, Impotenz, Libidoverminderung, Anorgasmie, Pollakisurie, selten: Priapismus/verlängerte Erektion. Hyperprolaktinämie (Amenorrhoe, Brustvergrösserung, etc.).

Es ist jedoch zu bedenken, dass viele der oben genannten Nebenwirkungen auch Symptome der Grundkrankheit sind und in gewissem Ausmass auch unter Placebo aufgetreten sind.

Vereinzelt wurde über Bewegungsstörungen (Akathisie, Ataxie, buccoglossales Syndrom, Dyskinesie, Dystonie, extrapyramidales Syndrom, Myoklonus, Tremor) berichtet.

In 13% der Fälle (Placebo 4%) in kontrollierten Studien kam es unter Fluoxetin zu einem Gewichtsverlust von 5% oder mehr.

Labordaten: Bei Patienten, die Fluoxetin oder Placebo erhielten, wurden in klinischen Studien selten abnorme Leberfunktionstests, Hyponatriämie und Hypokaliämie gesehen.

Die Hyponaträmie war nach entsprechender Behandlung und nach Absetzen von Prozac reversibel. Einige Fälle waren vermutlich verursacht durch das Syndrom der inadäquaten Sekretion des antidiuretischen Hormons. Die meisten der gemeldeten Fälle waren ältere Patienten und Patienten, welche Diuretika und andere Medikamente einnahmen.

Interaktionen

MAO- Hemmer: siehe Serotonin- Syndrom unter «Vorsichtsmassnahmen».

Medikamente metabolisiert durch Cytochrom P4502D6 Isoenzym: Da Fluoxetin das Potential hat, das Cytochrom P4502D6 Isoenzym zu inhibieren, sollte eine gleichzeitige bzw. eine innerhalb 5 Wochen nach einer Fluoxetin- Therapie erfolgende Medikation, welche vor allem durch das Enzym P4502D6 metabolisiert wird (z.B. Imipramin, Desipramin, Risperidon, Venlafaxine, Haloperidol, Clozapin, Flecainid, Propafenon), inbesondere jene mit schmalem therapeutischem Index, einschleichend eingeleitet werden, oder es sollte eine niedrigere Dosierung gewählt werden.

Medikamente metabolisiert durch CYP3A4 oder CYP2C: Es wurden Änderungen des Blutspiegels von Alprazolam, Carbamazepin, Diazepam oder Phenytoin und in einigen Fällen Symptome von Toxizität beobachtet. Vorsichtigere Titrationsverläufe für das mitverschriebene Produkt und Überwachung des klinischen Status sollte in Betracht gezogen werden.

Proteinbindung: Da Fluoxetin stark an Plasmaprotein gebunden wird, kann die Einnahme von Fluoxetin zusätzlich zu einem anderen Medikament, welches stark an Protein gebunden wird, die Plasmakonzentration jedes einzelnen dieser Medikamente ändern.

In einigen Fällen sind Interaktionen mit Digoxin beschrieben worden. Bei gleichzeitiger Verabreichung von Fluoxetin mit Digoxin empfiehlt es sich deshalb, den Digoxin- Spiegel zu überprüfen.

Warfarin und andere orale Antikoagulantien: Über geänderte anti-koagulierende Effekte (Laborwerte und/oder klinische Zeichen und Symptome) ohne klares Erscheinungsbild aber mit erhöhter Blutung wurde selten berichtet, wenn Fluoxetin zusammen mit Warfarin verabreicht wurde. Patienten, welche gleichzeitig ein Cumarinpräparat erhalten, sollten sorgfältig auf Koagulation überwacht werden, wenn eine Behandlung mit Fluoxetin begonnen oder beendet wird.

Elektrokonvulsive Therapie (ECT): Es gab Berichte von verlängerten epileptischen Anfällen bei Patienten auf ECT Behandlung unter Fluoxetin.

Eliminationshalbwertszeit: Die langen Eliminationshalbwertszeiten von Fluoxetin und seines Hauptmetaboliten, Norfluoxetin können potentiell nach Absetzen von Fluoxetin Auswirkungen haben, wenn Medikamente verschrieben werden, welche Wechselwirkungen mit einer der Substanzen haben.

Tryptophan

Eine gleichzeitige Gabe von L-Tryptophan soll ebenfalls nicht erfolgen. Über die gleichzeitige Verwendung von Fluoxetin und L-5-Hydroxytryptophan liegen keine Erfahrungen vor; auch über die Kombination mit anderen Serotoninwiederaufnahme-Hemmern liegen keine Erfahrungen vor. Von der gleichzeitigen Verabreichung wird daher abgeraten.

Zentraldämpfende Pharmaka

Zentraldämpfende Pharmaka können durch Prozac in ihrer Wirkung verstärkt werden. Des Weitern kann es zu einer Erhöhung des Plasmaspiegels anderer Antidepressiva bei Kombination mit Prozac kommen.

Lithium

Fluoxetin kann den Lithium-Spiegel erhöhen, er sollte daher häufiger kontrolliert werden, wenn beide Substanzen gleichzeitig verabreicht werden.

Bisher wurden bei gleichzeitiger Gabe von Alkohol, Barbituraten, anderen Beruhigungs- und Schlafmitteln und Thiazid-Diuretika, Blutdruck- und Schmerzmitteln, Schilddrüsenhormonen, Antihistaminika, Antibiotika, Cimetidin und anderen magensäurehemmenden Präparaten keine Wechselwirkungen beobachtet.

Alkohol

Alkohol ist während der Behandlung zu meiden, obwohl es in speziellen Untersuchungen zu keiner Verstärkung der Alkoholwirkung durch Prozac gekommen ist.

Unerwünschte Wirkungen können bei gleichzeitiger Anwendung von Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmern und pflanzlichen Präparaten, welche Hypericum perforatum enthalten, auftreten.

Überdosierung

Symptome

Fälle von Überdosierung von Fluoxetin allein haben gewöhnlich einen milden Verlauf. Symptome von Überdosierung: Übelkeit, Erbrechen, epileptische Anfälle, Herzfunktionsstörungen, welche von asymptomatischen Arrhythmien bis zum kardialen Arrest reichen können, Lungenfunktionsstörungen und Anzeichen von verändertem ZNS- Zustand, welcher von Erregung bis Koma reichen kann. Tödlicher Ausgang, welcher mit Überdosierung von Fluoxetin allein in Zusammenhang gebracht wurde, war extrem selten.

Behandlung

Monitoring der kardialen und vitalen Parameter wird empfohlen, zusammen mit allgemeinen symptomatischen und unterstützenden Massnahmen. Es ist kein spezifisches Antidot bekannt. Forcierte Diurese, Dialyse, Hämoperfusion und Austausch Transfusion werden kaum von Nutzen sein wegen des grossen Verteilvolumens von Fluoxetin. Bei der Behandlung einer Überdosierung sollte die Möglichkeit, dass mehrere Medikamente eingenommen wurden, in Betracht gezogen werden.

Sonstige Hinweise

Hinweise

Für Kinder unerreichbar aufbewahren!

Haltbarkeit

Bei Raumtemperatur (15-25 °C) lagern.

Nach Ablauf des Verfalldatums nicht mehr verwenden.

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Hersteller: Lilly
Wirkstoff: Fluoxetinum

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